Pilgerreise nach Lourdes


Meine Pilgerreise nach Lourdes (25.07. - 09.08.2017):

Diese Pilgerreise nach Lourdes, hatte alles was so ein Abenteuer so bieten konnte. Mein Plan die gesamte Strecke, von Wenigzell nach Lourdes in 17 Tagen zu fahren, wäre zwar machbar, aber nicht zu dieser Jahreszeit, einfach zu heiß. Die Hitze von 41° C brachten auch mich auf den Boden der Realität. In Arles hatte ich eine halbe Nacht im Krankenhaus verbracht. Eine Nierenkolik hatte mich mit höllischen Schmerzen auf den Boden der Realität gebracht. Die Ursache: wahrscheinlich die große Hitze. Ich hatte zwar sehr viel getrunken, aber scheinbar war auch das zu wenig. Dieser "Zusammenbruch" ließ mich meinen gesamten Plan überdenken, ab jetzt stand die Gesundheit im Vordergrund. Ein Ruhetag wurde eingelegt, sowie die folgenden 3 Etappen gestrichen. Die Strecke von Arles bis nach Toulouse wurde mit der Bahn zurückgelegt. Die letzten cirka 190 km von Toulouse nach Lourdes wurden wieder mit dem Rad absolviert.

 

Ausrüstung:

Ein 25 Jahre altes Rad, welches mich schon nach Rom gebracht hatte, sollte mich auch nach Lourdes bringen. Das Hauptproblem war die Schaltung, die schon von Beginn an ein Problem hatte. Es war extrem schwer, die Berge hochzufahren. Ich habe mich noch nie so gequält, wie bei dieser Reise. Je länger die Tour gedauert hat, um so schwieriger wurde das Ganze. Die Gänge sprangen wie im Lotto, auf und ab, was extrem schwer war. Hier muss ich mich selber an den Ohren nehmen: man macht keine Tour ohne zu wissen wie die Schaltung richtig einzustellen ist. Nichtsdestotrotz es ist schon vorbei. Jammern im Nachhinein geht zwar, aber hilft nicht wirklich.

 

Moral:

Das alleine fahren muss man mögen. Man bestimmt sein eigenes Tempo und ist niemanden verpflichtet. Es bedarf großer Disziplin, sich jeden Tag auf das Rad zu setzen. Man darf das Ziel nie aus den Augen verlieren. Die Probleme mit der Schaltung brachten mich des öfteren zur Verzweiflung. Auf einem völlig flachen, geraden Straßenstück war es nicht möglich einen höheren Gang als 5 oder 6 zu treten. Da kommen oft Gedanken, Oh mein Gott, warum tue ich mir das an. Aber sofort wieder die Aufforderung und zwar laut, an mich selbst, Hör auf zu jammern, trete, das Ziel ist da vorne und nicht hier, jammern, dafür ist es jetzt zu spät. Von Toulouse nach Lourdes sind es noch cirka 190 km, diese waren mitunter die härtesten auf der gesamten Tour. Hier hatte mein Kopf sehr viel "Überzeugungsarbeit" zu leisten, um in der Spur zu bleiben. Jetzt war es kalt, es gab Gegenwind und dazu kamen noch der Regen und die Berge. Hier fiel mir ganz spontan "Herz über Kopf" von Jordis ein. Der Kopf schreit hör auf du Idiot, doch das Herz sagt nicht mehr weit, mein Freund, nicht mehr weit.

 

Der Weg:

Die Etappenplanung war im Grunde okay. Ich muss jedoch sagen, das einige Etappen doch extrem waren. Hier muss ich jedoch einwenden: das "RAD" die Schaltung, hatte sicherlich einen enormen Einfluss. Die Etappen, speziell von Trevisio nach Mantova und von Piacenza nach Genua, könnten besser angepasst werden.

In Summe habe ich 1475 km abgespult. Bei 14 Tagen am Rad ist das ein Mittel von 105,35 km/Tag.

Nicht geradelt habe ich die Strecke von:

  • Piacenza nach Genua        -     Bahn     -   konnte nach den letzten Etappen von Trevisio bis Piacenza keinen Fuß mehr heben.
  • Arles nach Toulouse          -     Bahn     -   hier habe ich 3 geplante Etappen ausgelassen, der Grund die Gesundheit der Aufenthalt im                                                                                 Krankenhaus bringt einen auf den Boden der Realität zurück.

 Die Jahreszeit:

Der Sommer, also die Monate Juli - August, ist definitiv die falsche Jahreszeit. Die Hitze haut einen komplett aus den Socken. Mein ursprünglicher Plan April bis Mai oder spätestens Juni, diese Tour zu absolvieren, wäre die optimale Variante gewesen. Der Frühling wäre die richtige Jahreszeit, für eine Tour entlang der Cote d'Azur.

 

Ankommen:

Das Ziel - 

Tagelang, wochenlang vor mir,

ich hab es erreicht;

dankbar, erschöpft,

mit Wehmut, dass es vorbei ist,

mit Zuversicht was vor mir liegt.

 

Vieles hat einen neuen Stellenwert bekommen:

Altes lass ich zurück,

Neues ist mir vertraut geworden,

dieses im Alltag zu leben - bin ich bereit.

 

Ich bin ein Stück ein Anderer geworden,

mit deiner Hilfe, o Gott, werde ich diesen neuen Weg gehen,

in Vertrauen, dass du weiter mit mir bist,

all meine Tage.

Amen

aWin (Pilgerheft für den Jakobsweg)

 

 


Bilder